Kreative Fächer in Bayerns Grundschulen: Ein Muss für zeitgemäße Bildung

In der aktuellen Debatte um die Bildungspolitik in Bayern steht ein Thema besonders im Fokus: die Rolle kreativer Fächer in der Grundschulbildung. Die von CSU und FW geplanten Kürzungen im Bereich Kunst, Musik und Werken kritisiert die SPD scharf und stellt per Dringlichkeitsantrag klar, dass besagte Fächer weit mehr als nur Ergänzungsfächer sind – sie sind essenziell für die Entwicklung eines umfassenden Kompetenzsets, das junge Menschen für die Herausforderungen der Zukunft wappnet.

Dabei reicht es gerade in einer Welt, die sich durch rasante technologische Entwicklungen und zunehmende Vernetzung auszeichnet, nicht mehr aus, Bildung lediglich auf „traditionelle“ Kernfächer zu stützen. Die sogenannten 4K-Kompetenzen – Kreativität, kritisches Denken, Kollaboration und Kommunikation – sind wichtige Säulen der modernen Bildung. Kreative Fächer tragen auf einzigartige Weise dazu bei, diese Kompetenzen zu fördern, indem sie Schüler*innen ermöglichen, über den Tellerrand zu blicken, neue Lösungswege zu erkunden und ihre Persönlichkeit in einem geschützten Rahmen zu entfalten und auszudrücken.

Die Notwendigkeit kreativer Fächer

Kreativität ist nicht nur für die persönliche Entwicklung unerlässlich, sondern auch ein Antrieb von Innovation und gesellschaftlichem Fortschritt. In kreativen Fächern lernen Kinder nicht nur, ihre eigenen Ideen zu entwickeln und umzusetzen, sondern auch, mit anderen zusammenzuarbeiten, unterschiedliche Perspektiven zu verstehen und ihre Gedanken klar und deutlich auszudrücken. Gerade diese Fächer bieten eine Plattform, auf der soziale Kompetenzen gestärkt und ein Gefühl für Gruppenzugehörigkeit und gegenseitige Unterstützung entwickelt wird.

Mehr als eine leere Forderung

Der besagte Dringlichkeitsantrag fordert nicht nur die Rücknahme der Stundenkürzungen für kreative Fächer, sondern verweist auf die Notwendigkeit, Grundschulen mit mehr Ressourcen zu stärken. Dies umfasst zusätzliches pädagogisches Personal, eine intensivierte Zusammenarbeit zwischen Kindertageseinrichtungen und Schulen sowie die flächendeckende Etablierung rhythmisierter Ganztagsschulen. Es geht darum, ein Bildungssystem zu schaffen, das auf die individuellen Bedürfnisse und Talente aller Schüler*innen eingeht und gleichzeitig den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.

Digitalisierung als Ergänzung, nicht als Ersatz

In der Diskussion um kreative Fächer darf die Rolle der Digitalisierung nicht unterschätzt werden. Digitale Werkzeuge und Medien bieten freilich vielfältige Möglichkeiten, den Unterricht zu bereichern und neue Lehr- und Lernmethoden zu integrieren. Doch der Erwerb und Gebrauch digitaler Kompetenzen muss kreative Fächer ergänzen, darf sie aber nicht verdrängen. Ein ausgewogener Bildungsansatz, der technologische Fähigkeiten mit kreativem Ausdruck verbindet, ist entscheidend, um Schüler*innen auf ein Leben in einer komplexen, sich ständig wandelnden Welt vorzubereiten.

Bildungsgerechtigkeit als schlüssel für ein Zukunftsfähiges Bildungssystem

Die SPD setzt sich seit jeher für Bildung, die allen Kindern gerecht wird, ein. Es geht um die Schaffung von Chancengleichheit, die Förderung von Diversität und die Ermöglichung eines Bildungsweges, der die persönlichen Stärken und Interessen jedes Einzelnen berücksichtigt. Indem wir ein Bildungssystem schaffen, das Kompetenzen und Talente in allen Richtungen gleichermaßen fördert und wertschätzt, legen wir den Grundstein für eine Gesellschaft, die durch Kreativität, Innovation und sozialen Zusammenhalt geprägt ist.

Richard Schmidt
Richard Schmidt
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